Welche Wege gibt es, um Stromkosten zu sparen? In Zeiten ständig steigender Energiepreise kann man mit ein paar einfachen “Tricks” seine Stromkosten sogar noch reduzieren.
Ganz gleich ob Sie in einem Single-Haushalt, 2-Personen-Haushalt oder einem Familien-Haushalt bzw. in einem eigenen Haus wohnen – Stromkosten lassen sich überall vermeiden.
stromiQ hat sich mal ein wenig umgesehen und die zahlreichen Möglichkeiten für eine Reduzierung der Stromrechnung zusammengetragen.
Stromkosten = Strompreis x Stromverbrauch in kWh
Wichtig hierbei ist zu wissen, dass sich die Stromkosten aus 2 Hauptfaktoren zusammensetzen: dem Strompreis und den individuellen Verbrauch in kWh (Kilowattstunden). Beide Faktoren kann man als Verbraucher selber beeinflussen und demnach den Strompreis senken. Stromkosten sind also das Resultat von Stromverbrauch, der Ihnen – multipliziert mit dem aktuellen bzw. im Vertrag vereinbarten Strompreis – in Rechnung gestellt wird.
Stromkosten-Reduzierung #1: Der richtige Stromtarif
Der Stromtarif ist abhängig vom Stromanbieter und dessen Strompreis.
Der Strompreis ist das Entgelt für die Belieferung mit elektrischer Energie (Strom). Der Strompreis setzt sich aus 2 Haupt-Preiskomponenten zusammen, welche aktuell ca. 60% des gesamten Stromrechnungsbetrages ausmachen: ca. 37% für die Stromerzeugung und ca. 24% für die Netznutzung.
Der Rest des Strompreises von ca. 40% setzt sich zusammen aus Steuern, Abgaben und Umlagen: MwSt (Mehrwertsteuer), Konzessionsabgabe, Stromsteuer (bzw. Ökostromsteuer), KWK-Umlage (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) sowie EEG-Umlage (Erneuerbare Energien Gesetz). Basis für die Berechnung des Strompreises ist die Angabe in kWh (Kilowattstunde).
Hierbei entspricht eine Wattstunde der Energie, die eine Maschine mit einer Leistung von einem Watt in einer Stunde aufnimmt oder abgibt. 1.000 Wattstunden sind demnach 1 kWh.
Praktisches Beispiel: Man lässt 100 Glühlampen á 10 Watt Leistung für 1 Stunde brennen, was einem Verbrauch von 1 kWh als Ergebnis hat. (Hinweis: umgangssprachlich aber falscher Begriff für Glühlampe ist hier Glühbirne).
Geliefert wird der Strom in Deutschland durch die 5 grossen überregionalen Energieversorgungsunternehmen (EVU), wie z.B. E.ON, RWE (Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG), EnBW (Energie Baden-Württemberg), Vattenfall Europe oder EWE AG, welche sich Deutschland sozusagen “aufgeteilt” haben. Des Weiteren fungieren die unzähligen Stadtwerke als regionale Versorgungsunternehmen und sind meist Tochterunternehmen der 5 grossen Energieversorger.
Stromanbieterwechsel für “normalen” Strom:
Den Strompreis können Sie reduzieren, indem Sie zu einem günstigeren Stromanbieter wechseln. Je nach Stadt oder Region kann der Strompreis vom Anbieter unterschiedlich sein. Hierbei helfen Ihnen Strompreis-Vergleichsrechner von VERIVOX, TOPTARIF oder CHECK24, die hunderte von Stromtarifen gegenüberstellen.
Der Strommix dieser überregionalen und regionalen “herkömmlichen” Stromversorger setzt sich aktuell in Deutschland folgendermassen zusammen:
- erneuerbare Energieträger (Wind, Wasser, Sonne, Biomasse, Geothermie): ca. 17%
- Kernenergie/Atomkraft/Atomenergie: ca. 25%
- fossilie Energieträger (Kohle, Braunkohle, Steinkohle, Erdgas, Erdöl, Öl : ca. 58%
Stromanbieterwechsel zu Ökostrom:
Wenn Sie also grünen Strom aus 100% erneuerbaren Energien, wie Windkraft, Wasserkraft, Sonnenenergie, Biomasse oder Geothermie beziehen möchten, dann sollten Sie zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln. Hierbei unterscheidet man zwischen RECS-zertifizierten Ökostrom und puren Ökostrom:
- Ökostrom RECS-zertifiziert: regionale und überregional Stromversorger kaufen auf dem Strommarkt Zertifikate von Ökostrom ein und verkaufen diesen Strom als eigenen Ökostrom, auch als “Marketing-Ökostrom” bezeichnet, da im Portfolio des Anbieters noch immer Strom aus Atomkraft oder fossilen Energieträgern verkauft wird; Oft werden auch extra Tochter-Gesellschaften zum Aufkauf von RECS-Stromzertifikaten gegründet. Über den grünen Strompreisvergleichs-Rechner von CHECK24 können zahlreiche die Ökostrom-Tarife verglichen werden:
- Purer Ökostrom: der Stromanbieter hat NUR Strom aus erneuerbaren Energien im Portfolio und kauft diese auch NICHT über RECS-Zertifikate auf. Hier finden Sie eine Übersicht der Testsieger von Ökostrom-Anbietern in Deutschland. Hinweis: aktuell gibt es wirklich nur 5 pure Ökostrom-Anbieter in Deutschland: Tchibo, Lichtblick, Greenpeace Energie, EW Schönau (EWS) sowie naturstrom. Der Testsieger ist hier der Grüne Strom von Tchibo:
Stromkosten sparen #2: Stromverbrauch reduzieren
Neben der Reduzierung des Strompreises durch einen Wechsel zu einem preiswerten (Öko-)Stromanbieter können Sie die Stromkosten unmittelbar dort reduzieren, wo sie entstehen: beim Stromverbrauch. Strom sparen fällt unter die Kategorie Energie bzw. Elektrizität sparen.
Hierbei ist es zuerst wichtig, die grossen Stromfresser in der Wohnung zu eliminieren, bzw. erst gar nicht in eine Wohnung einzuziehen, die solche Stromfresser beinhaltet und zu deren Nutzung man gezwungen ist.
Im Folgenden die wichtigsten Tipps zum Energiesparen (Strom sparen):
- Vermeidung von Warmwasser-Durchlauferhitzern (Kaltwasser wird mittels Strom zu Warmwasser erhitzt) – Kosten pro Monat ca. 20-40 Euro – allein für einen Single-Haushalt !!!
- Waschmaschine: energieeffizientes Gerät kaufen, Kurzprogramme nehmen, Vorwäsche nur in Ausnahmefällen, 60 Grad für Handtücher und Bettwäschen – 30-40 Grad für normale Kleidung; wenn das Gerät einen Warm- und Kaltwasseranschluss hat, dann den Warmwasseranschluss auch nutzen!
- Wäschetrockner: gar nicht erst anschaffen bzw. abschaffen, da komplett unnötig und sie ein gewaltiger Stromfresser sind
- Kühl- und Gefriergeräte: energieeffizientes Gerät kaufen, Türen nicht zu lange öffnen, regelmässig abtauen, 5-7 Grad für Kühlschrank – nicht kälter, bei längerer Abwesenheit: ausräumen und Gerät abschalten; Kühlschränke und Gefrierschränke verursachen bis zu 20% der Stromkosten im Haus
- Bügeln: kann grösstenteils vermieden, indem bügelfreie Hemden gekauft werden und die Kleidung nach dem Waschen (nur 600 Umdrehungen) feucht auf Kleiderbügel aufgehängt wird, Bügeleisen adé = auch mehr Freizeit!
- Geschirrspülmaschine: energieeffizientes Gerät kaufen, stets vollständig gefüllt anwerfen, wenn das Gerät einen Warm- und Kaltwasseranschluss hat, dann den Warmwasseranschluss auch nutzen! (Hinweis: Geschirr per Hand waschen verbraucht mehr Wasser)
- Koch- und Herdplatten (mit Strom): Töpfe und Pfannen sollten stets die gesamte einzelne Platte ausfüllen, möglichst Deckel nutzen
- Beleuchtung: energieeffiziente Glühlampen und Leuchtmittel kaufen (Energiesparlampen)
- Stand-by vermeiden: Bei Abwesenheit oder über Nacht nicht benutzte elektrische Geräte über einen zentralen Schalter ausschalten
